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Clip vom Roten
Falken SchH 3, IPO 3, FH 2
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hatte schon die SchH 3 abgelegt, und dann konnte sein
Besitzer aus beruflichen Gründen nicht mehr dem Hundesport nachgehen. Der Hund
wurde 1 Jahr lang nicht gearbeitet und war nun zum Familienhund geworden, was
angesichts seiner genetischen Qualitäten viel zu schade war. Dies erfuhr ich von
Heiner Bruns. Nach einem längeren Gespräch mit Clip's Besitzer wurden wir uns
einig und ich bin ihm heute noch dankbar, dass ich ihn mitnehmen
durfte. Abstammung
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Durch Edgar Scherkl und Heiner Bruns hatte ich ja schon
Kontakte zur "Mali- Szene". Volker Riedel hatte ich schon 1989 bei der dHV-DM
kennengelernt, als er dort mit seinem Kolos ebenfalls gestartet war. Der
Einsatz als Helfer auf dem DMC-Championat 1994 brachte mich dann noch
näher. Ich sträubte mich aber weiterhin, mir so einen "Gelben" zuzulegen.
Einmal sagten mir diese Hunde von ihrem reinen Äußeren nicht zu; zum anderen
fühlte ich mich noch nicht reif genug für einen Malinois, denn von dem
Vorturteil: "... die laufen von alleine ..."hielt ich nichts. Aber hatte ich
nicht kürzlich einen Malinois mit Namen "Cartouche vom Roten Falken" auf einer
Körung 3 gesehen? Das war der ausschlaggebende Punkt, mich doch für Clip zu
interessieren.
Mit diesem Hund habe ich noch Einiges in Sachen Hundeausbildung gelernt
und an "Lehrgeld bezahlt" (s.u.).
Drei Monate, nachdem Clip bei mir war, legte er die ZTP und Schau im DMC ab. Dann
kam als erste Prüfung die Kreismeisterschaft, an der zu diesen Zeiten immer 25 -
35 Starter anwesend waren. Und dabei ein ausgesprochen gutes
Teilnehmerfeld mit HF, die es in den Vorjahren fast mühelos schafften auf
Deutschen Meisterschaften oder Championaten zu glänzen. Kreismeister wurde aber
Clip mit 290 Punkten, und – um es vorwegzunehmen – in den drei darauffolgenden
Jahren auch. Dreimal hintereinander zu gewinnen, das hatte seit 16 Jahren kein HF
geschafft, viermal hintereinander noch niemand.
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Dann traten im Laufe des Jahres jedoch so einige
Ausbildungsfehler ans Tageslicht. Anfangs hatte ich kleinere Probleme in der
Fährte, die ich ich aber mit dem richtigen Training bald in den Griff
bekam. Im Schutzdienst war der Hund so gut ausgebildet, dass hier so gut wie
gar nichts verbessert werden musste. Hier galt es einfach nur, ab und zu im
Training die Führigkeit zu erhalten und Clip alle 2 Wochen mal ein wenig
"aufzuwecken". Also kann es auch niemanden geben, der sich damit rühmen könnte,
diesen Hund - nachdem er in meinem Besitz stand - in C aufgebaut oder
speziell trainiert zu haben.
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Die UO bereitete mir da mehr Probleme. Es ist halt etwas
anderes, einen Hund nur einmal im Jahr auf einer Vereinsprüfung zu führen, oder
regelmäßig mit einem Hund an größeren Veranstaltungen teilzunehmen. Ich war noch
unschlüssig, ob ich die Vorausbildung so übernehmen wollte oder abändern sollte.
Schuldzuweisungen sind hier aber Fehl am Platze.Vielmehr war es meine
Unentschlossenheit und Unsicherheit mit der ich ausbildete und den Hund
anschließend vorführte.
Dabei musste ich mit meinen Erfahrungen bei den Deutschen Schäferhund schnell
feststellen, dass Clip mir fast immer einen Schritt voraus war. Clip war nicht
nur ein äußerst triebiger Hund, er war zudem auch noch intelligent, wie fast alle
Mali‘s. Eine Eigenschaft, die ich heute bei vielen anderen Gebrauchshunden nicht
mehr finden kann. Es galt nun ein geeignetes Ausbildungskonzept in der
Unterordnung zu finden.
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Im darauffolgenden Jahr nahm ich mit Clip erstmalig an einem
DMC-Championat teil. Wir erreichten den fünften Platz und qualifizierten uns somit
zur VDH DM und der WM für Belgische Schäferhunde im darauffolgenden Jahr. Auf der
VDH DM erreichten wir mit ein bisschen Pech in der Fährte den 12. Platz, bei der
dHV DM den 5. Platz.
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Bei der nun folgenden Weltmeisterschaft für Belgische
Schäferhunde in Harderwijk (NL) fielen Clip und ich in der Fährte durch, die
Unterordnung war für den damaligen Ausbildungsstand des Hundes o. k., der
Schutzdienst bis auf einen groben Fehler (- 10 Pkt.) ansonsten hervorragend. Auch
das Nichtbestehen einer Prüfung gehört mit zum Hundesport.
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Für das 14 Tage später stattfindende DMC-Championat
hatte ich auch gemeldet. Mit einem bisschen Glück, aber auch solider Ausbildung
konnten wir den 1. Platz mit (100 - 90 - 99) und außerdem durch einen
Spitzenplatz in der Schau den Titel des Universalsiegers erreichen. Der Kommentar
des LR im Schutzdienst begann mit den Worten:
"Tja ..., das ist das, was wir alle wollen.
Wenn sie diese Arbeit gesehen haben, und diesen Ausbildungsstand mal mit dem
Ihres Hundes vergleichen, dann wissen Sie, wo Sie
stehen..." Andererseits wurde mir geraten,
nun die sportliche Karriere mit "Clip" zu beenden, denn mehr könnte ich mit
diesem Hund aufgrund seiner "schlechten" Unterordnung ja wohl nicht erreichen.
Ich musste mich schon wundern, dass andere Leute meinen Hund besser kannten, wie
ich selbst.
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Es folgte die FCI-Quali-fikation (heute VDH DM IPO). Mit
meiner neuen Art in der Unterordnung auszubilden, erreichten wir hier ebenfalls den
1. Platz mit (100 - 92 - 96).
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Bei der folgenden FCI-Weltmeisterschaft - übrigens von der
Kameradschaft die beste Veranstaltung, die ich je erleben durfte - reichte
es für den 4. Platz in der Einzel- (96 - 90 - 100) und dem 1. Platz in der
Mannschaftswertung.
Zwei Wochen später kam dann noch die dHV-DM, wo wir den 8.
Platz belegten.
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Nun hatte ich in der Winterpause wieder Zeit, um meine
Ausbildungs-methoden bei Clip zu festigen. Durch ein ausgewogenes und
durchdachtes Training mit dem passenden Konzept in allen Abteilungen bereiteten
wir uns für die kommende Saison vor. Nach einer gewonnenen Kreismeisterschaft
(100 - 92 - 100, wobei uns die nicht ausgeführte Sitzübung 3 Pkt. kostete) stand
die Weltmeisterschaft der Belgischen Schäferhunde in der Nähe von Bordeaux (F)
an.
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Hierbei erreichten wir hier den 1. Platz in
der Einzel (100 - 94 - 100) und Mannschaftswertung.
Clip war übrigens derjenige, der bei diesen vorangegangenen Weltmeisterschaften
als einzigster Hund die Höchstnote in der Abtlg. C erreichte. Und wir waren die
ersten, die den FMBB-Weltmeistertitel für Deutschland
errangen.
Eine ähnliche Leistung, wie in Frankreich, konnte er
auch direkt im Anschluss 1 Woche später beim DMC-Championat zeigen:
3. Platz (99 - 90 - 98). Dann gönnte ich Clip eine
längere Pause, bevor ich wieder mit leichtem Training begann. Später verletzte er
sich im Schutzdienst aufgrund eines Helferfehlers so schwer, dass ich kurzfristig
entschied, von einer Teilnahme bei der folgenden FCI-Qualifikation und anderen
Prüfungen in diesem Jahr Abstand zu nehmen. Ich hatte mich zwar noch für die
Weltmeisterschaft für Belgische Schäferhunde im kommenden Jahr qualifiziert,
lehnte aber eine Teilnahme aus zweierlei Gründen ab. Einerseits lag ein 3jähriges
FH-Studium vor mir, welches mich sehr in Anspruch nahm; zum anderen wollte ich
einem 8jährigen Hund, der so viel erreicht und für mich getan hatte, nicht wieder
dem anspruchsvollen Training für eine WM aussetzen.
Durch meine Unerfahrenheit mit den rassespezifischen Eigenschaften und die daraus
resultierenden Ausbildungsfehler konnte Clip nicht die Qualitäten in der
Unterordnung zeigen, die eigentlich in ihm schlum-merten. Diese Erkenntnis ist
heute noch Teil meiner Vorgehensweise beim Beschreiten einer Ausbildung. Trotz
dieser Fehler habe ich es aber doch geschafft, einen stets prüfungserfahrener
werdenden Hund hierbei zu einer Leistungssteigerung zu bringen. Ca. 1 Jahr
nachdem Clip zu mir kam, war die Unterordnung - allerdings nur bei Prüfungen- so
zäh und verhalten, das damit nur ein "Gut" bis "mittleres Gut" zu erzielen war.
Aufgrund meiner Ausbildung in den Folgejahren konnte ich dies in ein stabiles
"mittleres Sehr Gut " verwandeln. Also kann der von mir eingeschlagene Weg gar
nicht so verkehrt gewesen sein.
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Clip lebte nun fortan im Haus, erfreute sich bester Laune,
legte 10-jährig noch einmal die FH 2 mit 100 P. ab.
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