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Clip vom Roten Falken                            SchH3, IPO 3, FH 2

  

hatte schon die SchH 3 abgelegt, und dann konnte sein Besitzer aus beruflichen Gründen nicht mehr dem Hundesport nachgehen. Der Hund wurde 1 Jahr lang nicht gearbeitet und war nun zum Familienhund geworden, was angesichts seiner genetischen Qualitäten viel zu schade war. Dies erfuhr ich von Heiner Bruns. Nach einem längeren Gespräch mit Clip's Besitzer wurden wir uns einig und ich bin ihm heute noch dankbar, dass ich ihn mitnehmen durfte.

Abstammung

Mit diesem Hund habe ich noch Einiges in Sachen Hundeausbildung gelernt und einiges an "Lehrgeld bezahlt"  (s.u.).
Drei Monate, nachdem Clip bei mir war, legte er die ZTP und Schau im DMC ab. Dann kam als erste Prüfung die Kreismeisterschaft. Hier erwartete mich ein ausgesprochen gutes Teilnehmerfeld mit HF, die es in den Vorjahren fast mühelos schafften auf Deutschen Meisterschaften oder Championaten zu glänzen. Kreismeister wurde aber Clip mit 290 Punkten, und – um es vorwegzunehmen – in den drei darauffolgenden Jahren auch. Dreimal hintereinander zu gewinnen, das hatte seit 16 Jahren kein HF geschafft, viermal hintereinander noch niemand.

Dann traten im Laufe des Jahres jedoch so einige Ausbildungsfehler ans Tageslicht. Es ist halt etwas anderes, einen Hund nur einmal im Jahr auf einer Vereinsprüfung zu führen, oder regelmäßig mit einem Hund an größeren Veranstaltungen teilzunehmen. Ich war noch unschlüssig, ob ich die Vorausbildung so übernehmen wollte oder abändern sollte. Schuldzuweisungen sind hier aber Fehl am Platze.
  
Vielmehr war es meine Unentschlossenheit und Unsicherheit mit der ich ausbildete und den Hund anschließend vorführte. Dabei musste ich mit meinen Erfahrungen bei den Deutschen Schäferhund schnell feststellen, dass Clip mir fast immer einen Schritt voraus war. Clip war nicht nur ein äußerst triebiger Hund, er war zudem auch noch intelligent, wie fast alle Mali‘s. Eine Eigenschaft, die ich heute bei vielen anderen Gebrauchshunden nicht mehr finden kann. Es galt nun ein geeignetes Ausbildungskonzept in der Unterordnung zu finden.
   Im darauffolgenden Jahr nahm ich mit Clip erstmalig an einem DMC-Championat teil. Wir erreichten den fünften Platz und qualifizierten uns somit zur VDH DM und der WM für Belgische Schäferhunde im darauffolgenden Jahr. Auf der VDH DM erreichten wir mit ein bisschen Pech in der Fährte den 12. Platz, bei der dHV DM den 5. Platz.
Bei der nun folgenden Weltmeisterschaft für Belgische Schäferhunde in Harderwijk (NL) fielen Clip und ich in der Fährte durch, die Unterordnung war für den damaligen Ausbildungsstand des Hundes o. k., der Schutzdienst bis auf einen groben Fehler (- 10 Pkt.) ansonsten hervorragend. Auch das Nichtbestehen einer Prüfung gehört mit zum Hundesport.

14 Tage später hatte ich für das DMC-Championat gemeldet. Mit einem bisschen Glück, aber auch solider Ausbildung konnten wir den 1. Platz mit (100 - 90 - 99) erreichen. Der Kommentar des LR im Schutzdienst begann mit den Worten:
"Tja ..., das ist das, was wir alle wollen. Wenn sie diese Arbeit gesehen haben, und diesen Ausbildungsstand mal mit dem Ihres Hundes vergleichen, dann wissen Sie, wo Sie stehen..."
Andererseits wurde mir geraten, nun die sportliche Karriere mit "Clip" zu beenden, denn mehr könnte ich mit diesem Hund aufgrund seiner "schlechten" Unterordnung ja wohl nicht erreichen. Ich musste mich schon wundern, dass andere Leute meinen Hund besser kannten, wie ich selbst.

  
   Es folgte die FCI-Quali-fikation (heute VDH DM IPO). Mit meiner neuen Art in der Unterordnung auszubilden, erreichten wir hier ebenfalls den 1. Platz mit (100 - 92 - 96).

Bei der folgenden FCI-Weltmeisterschaft - übrigens von der Kameradschaft die beste Veranstaltung, die ich je erleben durfte - reichte es für den 4. Platz in der Einzel- (96 - 90 - 100) und dem 1. Platz in der Mannschaftswertung.

Zwei Wochen später kam dann noch die dHV-DM, wo wir den 8. Platz belegten.

 

  

Nun hatte ich in der Winterpause wieder Zeit, um meine Ausbildungs-methoden bei Clip zu festigen. Durch ein ausgewogenes und durchdachtes Training mit dem passenden Konzept in allen Abteilungen bereiteten wir uns für die kommende Saison vor. Nach einer gewonnenen Kreismeisterschaft (100 - 92 - 100, wobei uns die nicht ausgeführte Sitzübung 3 Pkt. kostete) stand die Weltmeisterschaft der Belgischen Schäferhunde in der Nähe von Bordeaux (F) an.

   Hierbei erreichten wir hier den 1. Platz in der Einzel (100 - 94 - 100) und Mannschaftswertung.
Clip war übrigens derjenige, der bei diesen vorangegangenen Weltmeisterschaften als einzigster Hund die Höchstnote in der Abtlg. C erreichte. Und wir waren die ersten, die den FMBB-Weltmeistertitel für Deutschland errangen.

Eine ähnliche Leistung, wie in Frankreich, konnte er auch direkt im Anschluss 1 Woche später beim DMC-Championat zeigen:
3. Platz (99 - 90 - 98).
Dann gönnte ich Clip eine längere Pause, bevor ich wieder mit leichtem Training begann. Später verletzte er sich im Schutzdienst aufgrund eines Helferfehlers so schwer, dass ich kurzfristig entschied, von einer Teilnahme bei der folgenden FCI-Qualifikation und anderen Prüfungen in diesem Jahr Abstand zu nehmen. Ich hatte mich zwar noch für die Weltmeisterschaft für Belgische Schäferhunde im kommenden Jahr qualifiziert, lehnte aber eine Teilnahme aus zweierlei Gründen ab. Einerseits lag ein 3jähriges FH-Studium vor mir, welches mich sehr in Anspruch nahm; zum anderen wollte ich einem 8jährigen Hund, der so viel erreicht und für mich getan hatte, nicht wieder dem anspruchs-vollen Training für eine WM aussetzen.

Durch meine Unerfahrenheit mit den rassespezifischen Eigenschaften und die daraus resultierenden Ausbildungsfehler konnte Clip nicht die Qualitäten in der Unterordnung zeigen, die eigentlich in ihm schlum-merten. Diese Erkenntnis ist heute noch Teil meiner Vorgehensweise beim Beschreiten einer Ausbildung. Trotz dieser Fehler habe ich es aber doch geschafft, einen stets prüfungserfahrener werdenden Hund hierbei zu einer Leistungssteigerung zu bringen. Ca. 1 Jahr nachdem Clip zu mir kam, war die Unterordnung - allerdings nur bei Prüfungen- so zäh und verhalten, das damit nur ein "Gut" bis "mittleres Gut" zu erzielen war. Aufgrund meiner Ausbildung in den Folgejahren konnte ich dies in ein stabiles "mittleres Sehr Gut " verwandeln. Also kann der von mir eingeschlagene Weg gar nicht so verkehrt gewesen sein.

 

Clip lebte nun fortan im Haus, erfreute sich bester Laune, legte 10-jährig noch einmal die FH 2 mit 100 P. ab.

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